Liebe Mitglieder und Förderer der Goldküste e.V.

Vor drei Wochen hatte ich wieder die Gelegenheit unsere Berufsschule in Yamoransa/Ghana zu besuchen. Erstmalig wurde ich von einem unserer Sponsoren, Herrn Heinrich Koke begleitet. Herr Koke wollte sich gerne vor Ort ein Bild unserer Arbeit machen und war offensichtlich positiv überrascht. Ein Bericht von Herrn Koke wird in Kürze auf unserer Homepage nachzulesen sein.

Wichtigster Punkt des Besuches war die Visite von Vertretern des ghanaischen Schulamtes, weil wir die Schule, wie schon berichtet, gerne offiziell registrieren möchten, um mittelfristig öffentliche Mittel für die Bezahlung der Lehrer zu bekommen, die wie Sie wissen, für ein relativ schmales Gehalt an der Schule arbeiten. Gott sei Dank leidet deren Engagement nicht unter der Geringbezahlung, vielmehr ruht auch deren Hoffnung auf der baldigen Registrierung. Darüber hinaus würde uns die Registrierung Zugang zum Onlineservice der Schulbehörde ermöglichen, wodurch die Einschreibung der Schüler wesentlich einfacher und hoffentlich in höherer Anzahl möglich wird.

Meine Zeiteinschätzung bis die Schule gänzlich übernommen werden kann, hat sich während des Besuches allerdings stark relativiert. Insgeheim hatte ich die Hoffnung, dass wir das in 1 bis 2 Jahren abwickeln könnten, dem wird aber nicht so sein. Unter 4 Jahren, dürfte es sicherlich nicht möglich sein, da hat mich meine deutsche Erwartungshaltung doch ein wenig in die Irre geleitet.

Nichtsdestotrotz war der Besuch sehr positiv verlaufen, die Vertreter der Behörde waren grundsätzlich recht positiv angetan, kooperativ und die Anforderungen die sie stellten waren allesamt akzeptabel und auch schon seit längerer Zeit auf unserer internen TODO-Liste.

Die Schwerpunkte um die wir uns im Zuge der Registrierung kümmern müssen, sind im Wesentlichen:

  • Aufbau einer Administration
  • Errichtung einer Bibliothek (ggf. auch elektronisch)
  • Darstellung der Schulungsinhalte
  • Auflistung der Lehrer mit Lebenslauf und Qualifikation (danach folgen Audits während des Unterrichts)
  • Bessere Belüftung des Boys-Hostels (schon in Arbeit)
  • Erweiterung des Freizeitangebotes für den Abend (das ist überfällig)

Das Hausdach in dem die Mädchen untergebracht sind ist repariert und die Mädchen fühlen sich offensichtlich sehr wohl. Leider hat sich noch herausgestellt, dass die Wasserleitung zum Haus doch neu verlegt werden muss. Das hatten wir nicht in unserem Budget, muss aber dringend noch gemacht werden.

Gemeinsam mit Anthony und Rafael bin ich dann noch in Cape Coast durch die „Baumärkte“ (nicht wie bei uns) gezogen um die Kosten für unsere Arbeiten besser einschätzen zu können.

Ansonsten haben wir mittlerweile einen funktionierenden IT – Unterricht für insgesamt 6 h pro Woche. Mit ein wenig Glück, können wir auch noch einen zusätzlichen Lehrer für das Fach Elektrik rekrutieren, der würde dann auch die IT-Ausbildung und die Wartung/Erweiterung aller elektrischen Installationen übernehmen. Des Weiteren könnte er uns auch helfen Drucker und weitere PC`s zu installieren und bei Schwierigkeiten helfen.

Das Controlling für 2016 konnte erfolgreich abgeschlossen werden und der Finanzplan für 2017 ist ebenfalls erstellt. Ab sofort liegt der Focus auf Instandhaltung und Besorgung von Lehrmaterial für die Schule.

Auf dem folgenden Bild sehen sie (noch nicht fertig) den Anfang einer „Grundstücksmauer“ die im Rahmen der Maurerausbildung erstellt wurde.

 

 

 

 

Am letzten Abend der Reise haben es sich unsere beiden Mitstreiter, Lehrer und auch Schüler nicht nehmen lassen, für unseren Besucher Heinrich Koke ein Abschiedsessen mit viel Tanz zu veranstalten. Die Bilder sprechen für sich und es hat wirklich mal gut getan, sich in entspannter Atmosphäre in wahrlich afrikanischem Ambiente näher zu kommen. Man konnte erfahren und auch fühlen, dass die Jugendlichen sowie die Lehrer auf uns zählen und durch unsere Hilfe auf eine bessere Zukunft hoffen.

Da wollen wir sie doch nicht enttäuschen. Es gibt noch viel zu tun aber das werden wir mit ihrer Hilfe alles noch hinbekommen.

Ich möchte mich in diesem Sinne nochmals im Namen des Vorstandes und im Namen unserer Freunde in Ghana herzlich für ihre Unterstützung bedanken und verbleibe bis zum nächsten Mal.

Ihr
Thomas Nösner