Sehr geehrte Mitglieder und Unterstützer der Goldküste e.V.,

die Rückmeldung zu meiner jährlichen Reise nach Ghana kommt in diesem Jahr etwas später, weil ich noch einige wichtige Entwicklungen in Cape Coast abwarten wollte um sie möglichst umfassend informieren zu können.

Der Fokus der Arbeit liegt seit geraumer Zeit darauf die Schule an den Ghanaischen Staat zu übergeben.

Neben der Tatsache, dass sich die Anzahl der aktiven Mitglieder stetig verringert und bedingt durch meine berufliche Aufgabe, die es für mich immer schwerer macht, mich um die Schule zu kümmern,- hat sich in Ghana ein zusätzlicher Aspekt ergeben, der es erfordert die Übergabe voranzutreiben.

Seit 2018 sind die Schulgebühren an den staatlichen Berufsschulen gänzlich für die Schüler entfallen. Dieser für die jungen Leute sehr erfreuliche Umstand macht jedoch unseren Plan B, dass wir die Schule mittels Schulgebühren weiterbetreiben könnten zunichte, sollte eine Übergabe nicht rechtzeitig oder gar nicht erfolgen.

Der Druck baut sich weiterhin dadurch auf, dass die laufenden Kosten stetig steigen. Der Anstieg resultiert überwiegend aus der erneuten Anhebung der Lehrergehälter, die dringend erforderlich war um die Lehrer an der Schule zu halten. Dennoch ist deren Bezahlung immer noch weit hinter der von staatlichen Schulen und die Altersabsicherung fehlt gänzlich.

Grundsätzlich ist die Zeit aber günstig für eine Übergabe, weil die aktuelle Regierung die berufliche Ausbildung verstärkt fördert (Wahlversprechen). Weiterhin hatte ich das Glück Unterstützung für den Übergabeprozess zu finden, die Bürokratie ist in Ghana nicht unerheblich und es bedarf guter Kenntnisse der behördlichen Abläufe.

Frau Doris Agbesinyale von der „CRAN – Ghana“ hat solche Übergaben mehrfach durchgeführt und wird unseren Schuldirektor Raphael Amoha unterstützen.
Außerdem ist es mir gelungen Frau Josefine Quist Wagner für den neu gebildeten Verwaltungsrat (Auflage für Schulen in Ghana) der Schule zu gewinnen. Die gebürtige Ghanaerin hat viele Jahre in Deutschland gelebt und ist seit geraumer Zeit für eine andere Schule aktiv. Ihre Unterstützung ist für uns eine große Hilfe, weil sie zum einen in beiden „Welten“ zu Hause ist und darüber hinaus sehr gut im Umfeld von Schulen und Hilfsprojekten vernetzt ist.

Ich war am Ende meiner Reise sehr erleichtert die beiden Damen für unser Vorhaben gewinnen zu können, weil unsere eigenen Möglichkeiten an dieser Stelle sehr beschränkt wären und sich durch deren Mithilfe eine gute Voraussetzung ergeben hat.
Zusammenfassend kann man sagen:

  • Um die Schule langfristig als Berufsschule weiterbetreiben zu können, ist die Übergabe die einzige Alternative.
  • Der Zeitpunkt für eine Übergabe ist durch den derzeitig hohen Bedarf in Ghana relativ günstig.
  • Wir haben die vermeintlich beste Unterstützung die wir bekommen können.
  • Allerdings wächst der Druck auf eine baldige Übergabe, weil wir die Schule dauerhaft nicht ausreichend finanzieren könnten, aus den oben genannten Gründen.
  • Die aktuellen Mittel und anfallenden Einnahmen müssen uns bis zu einer Übergabe über Wasser halten, – allerdings weiß ich nicht wie lange das dauern wird. Aber auf Basis der aktuellen Einnahmen werden die Kosten ab 2019 die Einnahmen übersteigen und unsere Rücklagen nach und nach aufbrauchen. Außerdem wissen wir nicht in welcher Höhe wir noch in die Schule investieren müssen. Zum Beispiel überlegen wir aktuell eine Brunnenbohrung, – die derzeitigen Wasserkosten pro Monat liegen bei ca. 200€.

Nachdem der zeitliche Faktor nicht einzuschätzen ist (könnte mehrere Jahre dauern), in Kenntnis unserer finanziellen Möglichkeiten und in Anbetracht der stark gestiegen laufenden Kosten ist ihre Mithilfe wichtiger denn je und ich möchte sie bitten die Goldküste weiterhin bis zur Übergabe zu unterstützen.

Ich werde sie selbstverständlich über den Verlauf der Dinge auf dem Laufenden halten und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Thomas Nösner